Die Marathonverhandlungen in Brüssel werden erneut verlängert. Nach nächtlichen Beratungen soll das Treffen am Nachmittag weitergehen. Bei einem Knackpunkt gab es bereits eine Übereinkunft: Der Fonds zum Wiederaufbau nach der Pandemie soll 390 Milliarden Euro an Zuschüssen enthalten. Die Stimmung am Gipfel war dennoch gereizt.
Beim weltweiten Wettlauf um einen Coronavirus-Impfstoff beginnt „erst jetzt die heikle Phase“. Das betont die Wiener Immunologin Ursula Wiedermann-Schmidt im Interview mit ORF.at. Sie kritisiert deutlich das Verhalten der Pharmakonzerne, Länder bereits jetzt zu drängen, sich auf Produkte festzulegen. Und sie plädiert dafür, stärker in eine Zwischenstufe der Therapie und Vorsorge zu investieren und damit der Entwicklung von Impfstoffen mehr Zeit zu geben. Denn Fehleinschätzungen bei den Impfstoffen könnten langfristig weitreichende Folgen für die Impfbereitschaft haben, so Wiedermann-Schmidt.
Weltweit entwickeln Fachleute, Universitäten und Pharmakonzerne derzeit Impfstoffe gegen das Coronavirus. Dabei gibt es vier verschiedene Wege, die gegangen werden. Für die Wiener Immunologin Ursula Wiedermann-Schmidt ist diese Vielfalt ein großer Vorteil, der „vermutlich einen Luxus bieten wird“.
Tag drei auf dem EU-Gipfel in Brüssel, und immer noch geht es um das EU-Wiederaufbaupaket gegen die Folgen des Coronavirus. Ein umfassender Kompromiss war nach Angaben aus Verhandlungskreisen am Sonntag nicht in Sicht. Die Allianz der Nettozahler Österreich, Niederlande, Schweden, Dänemark und auch Finnland, forderte Zuschüsse im Aufbaufonds von 350 Mrd. Euro und formulierten dies als „letztes Angebot“.
Der Einsatz von Pestiziden in Österreich sorgt einmal mehr für Aufregung. Die SPÖ pochte am Sonntag auf mehr Transparenz und kündigte eine parlamentarische Anfrage an. „Die SPÖ betreibt eine unseriöse mediale Panikmache, die zu einer unnötigen Verunsicherung bei den Konsumentinnen und Konsumenten führt“, konterte Bauernbund-Präsident Georg Strasser daraufhin. Das Landwirtschaftsministerium verweist auf den Datenschutz.